Umzug

So, liebe Leute. Ich bin nun endlich umgezogen. Zwar gibt es noch einige offene Baustellen, doch das gröbste ist endlich überstanden. Zu den offenen Baustellen gehören lediglich gefühlte 654 herumstehende Pakete, deren Inhalt in noch nicht aufgebaute Schränke und Regale eingeräumt werden soll und das wichtigste: Der Kontakt zur Außenwelt. Kein Internet, kein Telefon, nicht mal Fernsehen als trostlose Alternative. Doch der Reihe nach.

Ich hatte es mir so schön ausgemalt. Ein ganz simpler Plan. Einfach und schnell sollte es gehen. Der Plan war, dass ich am 24.6. die Schüsselübergabe mache (Ferien- und Urlaubsbeginn), mir dann einen Transporter ausleihe, nach Bayern fahre um Sophies Möbel einzuwuchten und Freitag wieder zurückfahre um sie in unserer neuen Wohnung reinzuwerfen, dann nach Oldenburg fahre, meine Möbel auflade, diese wieder absetze und je nach Zeitaufwand die elterlichen Möbel aus Delmenhorst entweder noch am selben Tag oder zumindest am Samstag ebenfalls rüberbringe. Dann wollten Sophie und ich uns noch am Samstag im neuen Wohnort ummelden. Ja das örtliche Rathaus hat auch Samstags offen.

Allerdings ging etwas entscheidendes schief: Ich hatte mit Vormieter, Makler und Vermieter ausgemacht, dass die Vormieter ihren alten Teppich ruhig in der Wohnung lassen können. Sah zwar nicht mehr hundertprozentig aus, aber besser als gar nichts. Geld für einen neuen Teppich haben wir nämlich keines. Doch als ich am Donnerstag (den 24.6.) zur Schlüsselübergabe das neue Reich betrat erblickte mich der kahle Betonboden. Das war schon mal ein Schlag ins Gesicht. Naja erst mal nichts anmerken lassen, Wohnung durchgesehen und dann auf zum Transporter.

Der Transporter war noch nicht ganz fertig. Meine planmäßige Abfahrt von 10 Uhr verzögerte sich um eine dreiviertel Stunde, da das Fahrzeug noch angemeldet werden musste. Naja ok, bin ich halt später da. Sophie hat die verzögerte Zeit genutzt und unter Mithilfe von Kollegen und Familie alles nötige an die Straße gestellt. Danach lief auch alles recht gut. Nach rund neunstündigem Rumgehopse auf dem Steißbein durch die sengende Hitze, weil Sitz nicht nach hinten verstellbar und keine Klimaautomatik gemütlichem Cruisen mit dem Sprinter kam ich in Bayern an, wo Sophie gleich das Kommando des Einladens übernahm und penibel darauf geachtet hat, dass auch ja jede Lücke des Sprinters ausgefüllt wird, damit auch wirklich alles hineinpasst. Nachdem der Laster halb voll war, waren wir dann auch fertig. Also Abendbrot gegessen, Fußball geguckt und dann Gorle Gorle gemacht.

In aller Herrgottsfrühe ging es tags darauf wieder zurück. Nach wieder neun Stunden Gasfuß, diesmal überwiegend bergab, waren wir dann ca. viertel vor Vier in Delmenhorst wo wir Dave, einen Freund und ehemaligen Schulkameraden abholten, der uns tatkräftig beim Möbel einräumen unterstützen sollte. Aber bedingt durch die Tatsache, dass wir keinen Teppich haben, haben wir den Plan abgeändert, sind mit vollem Transporter zur Wohnung, haben ebenselbige ausgemessen um dann nochmal nach Delmenhorst zu fahren um Teppiche zu kaufen. Schlappe 200 Kröten sind nun futsch, dafür haben wir schöne Teppiche. Da Dave nicht wirklich viel Zeit hatte, habe ich kurzerhand den besten Vater der Welt aktiviert, der mich beim Teppich verlegen und ausladen unterstütze. Samstagmorgen habe ich dann den besten Bruder der Welt aktiviert, der uns beim Ein- und Ausladen der Möbel aus Delmenhorst und Oldenburg aushalf, letzteres nicht ganz unkritisch, weil meine Vorbereitung nicht ganz so erfolgreich lief, wie ich es mir einst vorgestellt hatte. Fail. Nach gefühlten 321 mal in den dritten Stock und wieder runter war der Laster auch voll. Zwischenzeitlich ging es noch zum Gemeindesitz, wo wir vor verschlossener Tür standen, da ausgerechnet an diesem Tag irgendwelche wichtigen EDV-Angelegenheiten erledigt werden mussten.

Am Sonntag wurde dann der Rest aus Oldenburg geholt (Ja zwei Lasterladungen für meinen Kram). Zumindest der große Kram, denn das war ja noch Teil des Plans: Sämtliche große und schwere Dinge zuerst, den Rest hole ich mit meinem Wagen. Mein Vater war mittlerweile sehr fleißig dabei, die Teppiche zu verlegen und zurechtzuschneiden. Großes Lob und vielen Dank hierfür an die tolle Arbeit! Also nochmal gefühlte 124 mal in den dritten Stock und wieder runter und schwupp war auch das dann erledigt ;).

Am Sonntag reiste Sophie dann wieder per Zug ab und ich habe die gesamte Woche damit zugebracht, die restlichen Kleinteile aus Oldenburg nach Hause (ca. 21 km) zu bringen und verbriet immerhin eine ganze Tankladung dabei. Außerdem musste die Wohnung noch geputzt werden, was ich am Donnerstag, dem Tag der Schlüsselübergabe bewerkstelligte und mich immerhin vier Stunden meiner kostbaren Lebenszeit kostete. Nun heißt es nur noch die anfangs erwähnten Schränke und Regale aufzubauen und die gefühlten 842 Pakete auszupacken. Immerhin sind Küche und Wohnzimmer weitestgehend fertig. Die ersten Waschladungen wurden auch schon durchgebracht, einige neue Accessoires (Wäscheständer, Mülleimer, Müllsackständer, Gardinenstangenklebehaken, usw.) gekauft und der Kühlschrank halbherzig gefüllt. Zu mehr war ich angesichts der brütenden Hitze nicht fähig. Sophie kommt dann Mitte des Monats nach und dann wird flugs der Rest erledigt, den ich bis dahin nicht schaffe. Wenigstens habe ich noch bis zum 10. Urlaub :).

Hoffentlich wird bis dahin meine Internetverbindung freigeschaltet.

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Taxifahrer und Chefredakteur
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2 Antworten zu Umzug

  1. stefanprass schreibt:

    Wenigstens hatte das Wetter mitgespielt. ;-)

  2. koriosesmaedchen schreibt:

    Das war ein Akt, aber es ging doch eigentlich relativ schnell mit dem Ausladen. Nochmals danke an alle, die mitgeholfen haben.

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