Rezension: Drakensang: Am Fluss der Zeit

Drakensang: Am Fluss der Zeit
Erstklassige Fortsetzung des Rollenspielhits
Entwickler Radon Labs
Genre Rollenspiel
System Windows XPSP3/Vista/7, Pentium 4 CPU 2,8 GHz oder ähnlich, 1 GB RAM (XP)/2 GB (Vista32)/2 GB (Vista64), 256 MB VRAM, DVD-ROM, DirectX 9c, 7 GB freier Speicherplatz
USK Ab 12
Grafik Lachender Smiley
Klang Lachender Smiley
Spielspaß Lachender Smiley
Handhabung Neutraler Smiley
Motivation Lachender Smiley
Anspruch Lachender Smiley
Pokal in Silber

Drakensang: Am Fluss der Zeit ist eine gelungene Fortsetzung des Rollenspielhits Das schwarze Auge: Drakensang (im weiteren Verlauf nur noch „Drakensang 2“ genannt). Die Geschichte spielt 23 Jahre vor dem ersten Teil und wird in einem nächtlichen Gespräch zwischen Kladdis und Forgrimm von letzterem erzählt. Forgrimm ist auch der einzige Charakter, der auch im zweiten Teil aktiv in der Heldengruppe teil nimmt. Aber auch sonst kommen einige bekannte Figuren vor, wie z. B. Rakorium, Arom, der Kiepenträger, Auralia, Parzalon von Streizig und viele mehr, natürlich in jüngeren Jahren. Auch Ardo, dessen Ermordung Thema in Drakensang 1 ist, ist dabei und sogar aktiv in der Gruppe. Haupthandlungsort ist Nadoret, eine kleine Stadt südlich von Ferdok.

Neuerungen

Insgesamt kann man sagen, dass Drakensang 2 wie Teil 1 ist, nur mehr. In nahezug jeglicher Hinsicht: Es gibt zwei neue Archetypen zur Auswahl – Geode und Gjalskerländer. Man kann nun das Aussehen des Charakters verändern und Vor- und Nachteile anpassen. Dadurch lassen sich die Charaktere vollständig den eigenen Bedürfnissen anpassen. Es gibt eine höhere Auswahl an Waffen und Rüstungen, auch wenn einige (Spezial-)waffen aus dem ersten Teil unter den Tisch gekehrt wurden. Das Lootzeug wurde weitestgehend beibehalten, es gibt also wieder Fussel, Taschentücher und anderen Tand. Dafür gibt es mehr Rezepte und Zutaten. Auch die Auswahl an Zaubern wurde etwas aufgestockt.

Grafik

Für Drakensang 2 ist diesmal kein Hi-Res-Pack erforderlich, die Grafik sieht auch so super aus. Die Aussicht auf Klippen ist atemberaubend und die Umgebung strotzt vor Details. Allerdings wirken spezielle Bewegungen nicht sonderlich dynamisch. So gibt es nur zwei außerkämpferische Arten von Bewegungen. Das Öffnen von Schlössern, Fässern, Türen und das Drücken von Schaltern, sowie das Herunterbeugen zum Leichenfleddern oder Fallen entschärfen. Stets wird die gleiche Bewegung durchgeführt. Im Gegensatz zum ersten Teil muss man nun nicht mehr ganz so weit laufen um eine Kiste zu öffnen, dies machen die Protagonisten zum Teil über mehrere Hindernisse, ja sogar über Flussläufe hinweg. Ob einem das gefällt ist Geschmackssache. Zwar muss man nicht mehr so weit laufen, dafür leidet die Atmosphäre darunter. Ansonsten wurde die Umgebung stimmig in Szene gesetzt. In Dialogen gestikulieren die Ansprechpartner entsprechend ihrer Stimmung und Stadtbewohner scheinen tatsächlich einen gewissen Ablauf zu haben und stehen nicht einfach bloß blöd in der Gegend herum (aber auch). In einem Teil von Nadoret jagt sogar eine Frau einem Mann mit einem Nudelholz hinterher.

Klang

Klanglich hat sich seit dem ersten Teil einiges getan. Sämtliche Dialoge wurden komplett vertont und sind auch außerordentlich atmosphärisch anzuhören. Angeblich soll man sogar die Synchronsprecher von bekannten Schauspielern heraus hören können. Allerdings schaue ich wohl offenbar zu wenig Filme um dies zu bestätigen. Wie auch im ersten Teil ist der Hauptcharakter völlig stumm und wird auch bei vorgebenen Namen nicht direkt angesprochen. Wenn hier wenigstens zu jeder Kultur eine Auswahl ein 2-3 verschiedenen Stimmen zur Auswahl stehen würden, wäre dies schon ein großer Sprung nach vorne. Doch dies ist nur ein kleines Manko, weshalb Drakensang 2 gegenüber Teil 1 an dieser Stelle eine Aufwertung findet.

Handhabung

An der Handhabung hat sich rein gar nichts geändert. Bedürfe auch keinerlei weiterer Worte, wenn nicht die Tage ein Patch erschienen wäre (den ich ich mir erst vorhin installiert habe), der beim Leichenfleddern durch <shift>+<klick> das Öffnen des Lootfensters verhindern soll. Ich nehme an, dadurch wird automatisch alles gefleddert. Dies wäre die einzige Veränderung, führt aber nicht zur Aufwertung.

Anspruch

Eine Aufwertung findet hingegen der Anspruch: Hier lässt sich nun endlich ein Schwierigkeitsgrad auswählen, der sich in den Lebenspunkten und der Kampfkraft der Gegner wiederspiegelt. Aber auch wie im ersten Teil gilt: Abschalten der automatischen Kampfpause und Auswahl der Charakter beeinflussen die Schwierigkeit des Spiels. Da sich nun auch die Vor- und Nachteile anpassen lassen, kann man das Spiel hier nun auch schwieriger gestalten. Ich habe das Spiel zunächst auf „Leicht“ durchgespielt und es gab überraschend wenig Abenteuerpunkte. Schon früh im Spiel trifft man auf „gewöhnliche Gegner“ (Wölfe, Wildschweine, Skelette), die keinerlei AP bieten, auch nicht wenn sie im übertriebenen Rudel auftreten. Ob das in höheren Schwierigkeitsgraden wieder auftaucht, kann ich zur Stunde noch nicht sagen.

Spielspaß
Orden

Auch der zweite Teil bietet einen enorm hohen Spielspaß. Man identifiziert sich schnell mit den Charakteren und im Gegensatz zum ersten Teil sind die aktiven Charaktere auch nicht so überlaufen. Gab es früher für jede erdenkliche Situation einen passenden Charakter, so konzentriert sich AFdZ auf vier Nebencharaktere von denen drei mitgenommen werden können. So fällt die Auswahl nicht ganz so schwer wie früher. Da die Story bedeutend weniger linear als vorher, kann man zwischen allen Orten frei hin- und herreisen und weil man immer gemeinsam mit dem Schiff über den großen Fluss schippert hat man quasi immer alle Charaktere dabei, sollte man mal wechseln müssen. Neu im Spiel sind so genannte Schnellreisepunkte: An markanten Punkten im Ort (Schiff, Dorfzentren, usw.) sind solche Schnellreisepunkte angebracht bei denen man bequem zu anderen Punkten flitzen kann, vorausgesetzt man ist schon bei diesen Punkten gewesen. Das erspart überflüssige Lauferei, die ansonsten noch erforderlicher, als beim ersten Teil gewesen wäre. Sessionweise habe ich meine Zeit nur dadurch beansprucht, Nebenquest zu lösen, Zutaten zu finden und Waffen/Rüstungen zu bauen. Dadurch steigt der Spielspaß auf ein Maß an, welches mich dazu zwingt hierfür einen Orden zu vergeben.

Motivation

Durch den hohen Spielspaß, den veränderbaren Schwierigkeitsgrad und durch die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten steigt auch zwangsläufig die Motivation. Das Patch steigert die Sache nur noch mehr, weshalb ich es kaum erwarten kann, das Spiel erneut durchzuspielen. An verschiedenen Stellen des Spiels kann man Entscheidungen treffen, die den weiteren Verlauf des Spiels beeinflussen (an der eigentlichen Story ändert sich jedoch nichts). Zudem soll es ab August ein Add-On mit dem Namen Phileassons Geheimnis geben. Man darf also gespannt sein.

Fazit

Ich bin derart begeistert von dem Spiel, dass ich dem Spiel den silbernen Pokal verleihe. Wäre das Spiel mit einem Gamepad spielbar und hätte der Protagonist eine Stimme und einen echten Namen, so würde der goldene Pokal fallen.

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Über Morgis

Taxifahrer und Chefredakteur
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Eine Antwort zu Rezension: Drakensang: Am Fluss der Zeit

  1. koriosesmaedchen schreibt:

    Also ein gelungenes Geburtstagsgeschenk. :)

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