Rezension: Das Schwarze Auge:Drakensang

Das Schwarze Auge: Drakensang
Eine rundum gelungene Umsetzung des P&P-Klassikers. Leider an manchen Stellen zu linear.
Entwickler Radon Labs
Genre Rollenspiel
System Windows XPSP2/Vista, Pentium 4 CPU 2,4 GHz oder ähnlich, 1 GB RAM (XP)/1,5 GB (Vista32)/2 GB (Vista64), 256 MB VRAM, DVD-ROM, DirectX 9c, 6 GB freier Speicherplatz
USK Ab 12
Grafik Lachender Smiley
Klang Neutraler Smiley
Spielspaß Lachender Smiley
Handhabung Neutraler Smiley
Motivation Neutraler Smiley
Anspruch Neutraler Smiley

Die hier vorgestellte Rezension behandelt das Spiel Das schwarze Auge: Drakensang inklusive Hi-Res-Grafikpatch. Ohne diesem Patch gäbe es eine deutliche Abwertung der Grafik. Das Spiel ist eine gelungene Umsetzung des P&P-Rollenspiels „Das schwarze Auge“. Zwar gab es schon früher einige Versuche, das Spiel in PC-Form zu bringen, leider nicht sonderlich erfolgreich. Bei Drakensang spielt man einen Helden, den man sich zu Anfang komplett selbst erstellen kann. Zur Auswahl stehen hier Menschen, Elfen und Zwerge in verschiedenen Professionen wie Krieger, Bogenschütze, Magier, Alchemist und diverse Mischformen. Alle haben hier ihre Vor- und Nachteile.

Handlung

Ist der Charakter dann fertig geht das Spiel direkt los. Es beginnt damit, dass man einer Einladung eines „alten Freundes“ nach kommt und zur Stadt Ferdok reist. Woher die sich kennen, wird allerdings im ganzen Spiel nicht aufgeklärt, überhaupt wird gar keine Hintergrundgeschichte des Helden aufgetan und man hat auch keine Möglichkeit, selbst eine zu integrieren. Man ist halt „plötzlich da“. Allerdings wird der Zugang zur Stadt Ferdok von Wachen wegen hohem Aufkommen von Räuberbanden blockiert, so dass man zunächst in dem kleinen Dorf Avestreu landet. Hier durchstreitet man kurze bis mittellange Quests, die zum einen dazu führen, dass man Fürsprecher für sich findet, damit man nach Ferdok reisen kann und zum anderen neue Mitstreiter und andere Persönlichkeiten trifft.

In Ferdok angekommen erfährt man, dass der Freund Opfer einer Mordserie wurde. Tapfer wie man ist, versucht man natürlich alles um die Morde aufzuklären und verheddert sich dabei in Intrigen, Korruption und natürlich vielen Kämpfen. „Nebenbei“ (eigentlich der Hauptstrang) nimmt man an einer alle 87 Jahre statt findenden „Drachenqueste“, die vom Hesindetempel ausgerufen wird, teil. Die nachfolgende Handlung führt die Helden in verschiedene Gebiete der Provinz Kosch.

Umsetzung

Das Regelwerk des originalen DSA wurde detailgetreu umgesetzt. Es gibt ein umfangreiches Talentsystem, welches allerdings nur die im Spiel benötigten Talente berücksichtigt. Zusätzlich zum Helden können noch 3 weitere Charaktere in die Runde aufgenommen werden, im Laufe der Handlung lernt man eine ausgewogene Menge kennen. Zusätzlich dazu kann noch handlungsbezogen ein „Gastcharakter“ mit rein kommen, der einen in härteren Zeiten unterstützt, sowie ein von Magiern und Elfen beschworenes Wesen, wie Elementarwesen, Tiere, Skelette uvm.

Grafik

Die Grafik des Spiels ist liebevoll detailliert. Besonders an Berghängen genießt man eine großartige Aussicht. In Gesprächen wechselt die Third-Person-Ansicht in eine Egoperspektive, so dass man in die hübsch modellierten Gesichter der Gesprächspartner (oder in die Ausschnitte der Damen) gucken kann. Auch angelegte Waffen und Rüstungen sind an den Charakteren gut zu erkennen (man kann sich auch komplett ausziehen und läuft dann nur noch in Unterwäsche rum ;) ). Noch bessere sehen die Zwischensequenzen aus, die teilweise ins aktive Spiel flüssig übergehen.

Handhabung

Die Handhabung ist sehr gewöhnungsbedürftig. Mit einem Gamepad ist das Spiel leider nicht zu spielen, so dass man sich mit Tastatur und Maus behelfen muss. Entweder man klickt immer auf den Punkt wo man hinlaufen möchte oder man akrobatiert mit der Tastatur und schwenkt die Kamera mit der Maus, letzteres ist mit der Tastatur zu umständlich, bzw. ineffektiv umgesetzt. Das Kampfsystem ist zwar in Echtzeit, jedoch werden die Kampf- und Zauberaktionen stapelartig abgearbeitet, ähnlich wie in rundenbasierten Kämpfen. In größeren Gemetzeln fällt dieses jedoch kaum auf. Besonders einsteigerfreundlich ist hier der Pausenmodus. Zu Beginn eines jeden Kampfes wird das Spiel pausiert, so dass man sich in Ruhe überlegen kann, welcher Charakter welchen Gegner mit welchen Mitteln attackiert. Hierbei kann man auch wählen, ob die Charaktere sich offensiv oder defensiv verhalten sollen. Offensive Charakter greifen bei einem überwältigten Gegner sofort den nächsten an, defensive tun das jedoch nicht, werden aber auch von den Gegner eher verschont. Dies ist zum Beispiel für Bogenschützen und Kampfzauberer sinnvoll.

Klang

Am Klang gibt es nur wenig zu bemängeln. Die Hintergrundmusik wurde sehr gut in Szene gesetzt und untermalt die grafische Atmosphäre einwandfrei. Die Sprachausgabe ist flüssig und abwechslungsreich, allerdings sind nicht alle Dialoge sprachlich unterlegt, so dass diese gelesen werden müssen. Der Held selbst spricht gar nicht und wird auch nie namentlich angesprochen, nicht einmal bei den vorgegebenen Namen.

Schwierigkeitsgrad

Ein großes Manko stellt der Schwierigkeitsgrad dar, denn er lässt sich nicht in den Optionen einstellen. So sind die Gegner immer gleich schwierig zu bekämpfen. Somit stellt sich das Spiel bei einem wiederholten Durchspielen als zu leicht dar. Wer es schwieriger mag kann sich mit einem Trick behelfen. In den Optionen lässt sich der Pausenmodus deaktivieren und auch im Spiel kann man darauf verzichten. Das gestaltet die Kämpfe hektischer. Außerdem ist die Wahl des Charakters maßgebend für die Schwierigkeit: Wer einen Hau-Drauf-Kämpfer, wie einen Kampfzwergen oder einen menschlichen Krieger, auswählt hat es einfacher, als wenn man sich einen Heiler oder einen Dieben aussucht, denn diese sind im Kampf relativ nutzlos. An der Schwierigkeit der Rätsel ändert sich dadurch natürlich nichts, aber die sind ohnehin schon recht knifflig. Wer einmal nicht weiter weiß, kann sich von der Drakensang-Wiki helfen lassen.

Spielspaß

Das Spiel bereit sehr lange Freude. Die Handlungen und die vielen Nebenquests sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Hier kommt jeder auf seine Kosten, ob Kämpfer, Diebe oder Rollenspielverliebte. Die einzigartige Atmosphäre und die detailgetreue Umsetzung der Orginalvorlage fesseln das Spiel und man kann gar nicht abwarten, das sehr tiefgründige Ende zu erfahren. Zudem gibt es viele Schätze zu finden.

Motivation

Leider verläuft das Spiel ansonsten sehr linear. Hat man in einem Gebiet alle Feinde abgemetzelt, kommen diese nicht mehr wieder. Auch sonst gibt es kaum große Bewegungsfreiheit. Zwar kann man sich frei durch die Gegend bewegen (muss man auch, immer und immer wieder), aber Pfade abseits der Handlung gibt es wenig. Manche Gebiete lassen sich nach deren Erschließen ebenfalls nicht wieder betreten (warum auch immer). Hat man das Spiel dann durch, hat man im Prinzip schon alles gesehen. Die einzige Motivation das Spiel nochmal zu durchlaufen besteht im oben genannten selbst erstellten Schwierigkeitsgrad. An der Handlung ändert sich dadurch jedoch rein gar nichts.

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2 Antworten zu Rezension: Das Schwarze Auge:Drakensang

  1. koriosesmaedchen schreibt:

    Also ich finde das Spiel total toll. Zum Anfang hat es mir nicht so gut gefallen, da meine Amy nicht damit klar kam und das Spiel immer stockte. Mein Schatz kaufte sie in München und schenkte mir die DVD, als er bei mir war und installierte sie auf das andere Spiel drauf. Da die Patches schon auf der DVD beinhaltet waren, kam mein PC wohl besser damit klar. Ich war überrascht, dass man mehr Dinge einstellen konnte und ich sogar den Namen ändern durfte, was vorher nicht ging. Also ich bin total begeistert und nochmals danke mein Schatz.

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