Rezension: PES 2010 (UPDATE!)

Pro Evolution Soccer 2010
Ein großartiges Spiel, sowohl für die kurze Spielpause, als auch für längere Sessions. Lediglich der schlechte Sound und die seltsame Abseitsregelung fällt etwas negativ ins Gewicht.
Entwickler Konami
Genre Fußballsimulation
System Windows XPSP3/Vista SP1, Pentium IV 2,4 GHz oder gleichwertig, 1 GB RAM, 4fach DVD-ROM-Laufwerk, DirectX 9.0c, 128 MB VRAM, Pixel Shader 2.0, 6GB freier Speicherplatz
USK Ab 0
Grafik Lachender Smiley
Klang Unzufriedener Smiley
Spielspaß Lachender Smiley
Handhabung Lachender Smiley
Motivation Neutraler Smiley
Anspruch Lachender Smiley

Pro Evolution Soccer 2010 habe ich nun schon länger auf dem Rechner. Es bietet viele interessante Spielmodi, wie Ligaspiel, Pokalspiel und den Werde-eine-Legende-Modus. In letzterem kann man sich einen Spieler selbst kreieren, indem man die Figur, das Aussehen, Bewegungsverhalten, Accessoires und vieles mehr festlegt. Hat man eine gute Webcam, kann man sogar damit sein eigenes Gesicht auf den Kopf des Spielers zaubern.

Ist der Spieler erstellt bekommt man schon die ersten Angebote der Teams in dessen Liga man spielen will. Anfangs kann man sich nur am Training beteiligen. Wird der Manager auf einen aufmerksam, so kann es schonmal vorkommen, dass man im laufenden Spiel eingewechselt wird. Den Rest des Spiels kann man sich dann im Schnellverfahren ansehen. Später kann man dann komplette Spiele bestreiten. Nach jedem Spiel erhält man – ähnlich wie einem Rollenspiel – Erfahrungspunkte auf die einzelnen Fähigkeiten. Hat man 100 Erfahrungspunkte zusammen, steigt die Fähigkeit um einen Punkt. Haben bestimmte Fähigkeiten einen gewissen Wert erreicht, stehen einem zusätzliche Tricks zur Verfügung. Je nach eigener Leistung erhält man dann zur Mitte und zum Ende der Saison Transferangebote anderer Teams. So hangelt man sich von Team zu Team bis man in seinem Wunschteam gelandet ist.

Die Liga- und Pokalmodi kann man sich komplett selbst erstellen oder auf fertige Varianten zurückgreifen. So kann man sowohl mit nationalen, als auch internationalen Teams spielen und so etwa eine Weltmeisterschaft oder eine (sub-)kontinentale Meisterschaft ausrichten. Leider kann Konami nicht alle Lizenzen aufweisen, so dass etwa die Bundesliga fehlt. Lediglich die Spieler der deutschen Nationalmannschaft sind vorhanden, bzw. natürlich deutsche Spieler die in anderen nationalen Teams spielen. Es gibt zwar im Internet inoffizielle Patches, leider konnte ich diese nicht korrekt integrieren, wodurch es zu Spielabstürzen kam.

Desweiteren kann man schnelle Freundschaftsspiele austragen, für das kurze Zocken zwischendurch, in der Galerie die gespeicherten Wiederholungen ansehen oder einfach nur einen Trainingskurs machen.

Handhabung und Grafik

Hat man sich dann für einen Modus entschieden, fällt einem die gelungene Steuerung ins Auge (bzw. in die Hand). Man muss nicht viele komplizierte Tastenbewegungen machen um schöne Tricks auszuführen (wie mein Bruder einst befürchtete). Die Spieler bewegen sich sehr realistisch, zum Beispiel straucheln sie, wenn eine Aktion nicht ganz geglückt ist oder Spieler untereinander blockieren sich gegenseitig und laufen nicht „hindurch“ wie in anderen Spielen*. Nicht nur hinsichtlich der realistischen Bewegung, auch im Detailreichtum glänzt die Grafik, die bei mir absolut ruckelfrei verläuft. Lediglich in den kurzen Videos, die gerne mal das gesamte Stadion (samt Fanaufkommen) zeigt, kann es zu kurzen Rucklern kommen, doch die Matches laufen grundsätzlich flüssig ab. Die Gesichter der bekannten Stars sind auch im laufenden Spiel gut zu erkennen, so dass man sofort erkennen kann, ob der torgefährliche Fernando Torres nun im Ballbesitz ist oder jemand anderes. Lediglich das Publikum wirkt etwas unrealistisch. Keine schwingenden Fahnen, keine bengalischen Feuer. Sie sitzen alle ruhig da und klatschen bei Toren verhalten, bzw. fassen sich fassungslos ins Gesicht.

Klang

Klanglich kann PES 2010 jedoch nicht ganz so gut punkten. Die Fanhymnen sind fast durchweg die gleichen und klingen somit sehr monoton. Nationale Teams scheinen keine eigenen Fanchöre zu haben. Ab und zu kommt mal ein Pfeifen durch aber das wars auch schon. Die Sprüche des Kommentators kennt man schnell auswendig und sind auch nicht immer passend. Ein knapp über die Latte geflogener Ball „segelt in die Wolken“. Witzig sind die Sprüche aber allemal. Die Musik in den Menüs sind zwar gut gelungen, jedoch wechseln diese bei fast jedem Menüwechsel sofort, weshalb man sie gar nicht richtig genießen kann. Insgesamt kann man sagen, dass beim Sound erheblicher Verbesserungsbedarf besteht um eine bessere Atmosphäre aufkommen zu lassen.

Spielspaß

Trotz fehlender akustischer Atmosphäre macht PES 2010 dennoch jede Menge Spaß. Zahlreiche strategische Einstellungen lassen das Herz eines jeden Fußballfans höher schlagen. Die technischen Fähigkeiten der realen Stars sind meiner Ansicht nach realistisch umgesetzt, zumal die Fähigkeiten in viele verschiedene Einzelfähigkeiten unterteilen (nicht bloß Dribbling, Torschuss und Schnelligkeit wie bei anderen Spielen*).

Motivation

Bei diesem Punkt war ich mir zunächst nicht sicher, welchen Smiley ich hier vergeben soll. Sicher macht das Spiel irre Spaß, doch gibt es einige Dinge dich mich langfristig aufregen. Die Abseitsregel ist etwas nervig umgesetzt. Das Spiel wird auch dann unterbrochen, wenn zwar ein Spieler im Abseits steht, den Ball aber durch Unfähigkeit nicht annehmen konnte und der Gegner sich dadurch in Ballbesitz gebracht hat. Ich bin mir nun nicht sicher, ob das real auch so ist, kann es mir aber nicht vorstellen, da die Abseitsregel ja einen Nachteil ausbügeln soll, dieser aber in solchen Fällen gar nicht vorliegt.

Anspruch (UPDATE!)

Der Schwierigkeitsgrad lässt sich in Anfänger, Amateur, Fortgeschrittener, Profi und Top-Spieler einteilen. Die einfachste Stufe entspricht fast dem Trainingsmodus. Geübte Spieler können ein Spiel hier locker mit 20:0 gewinnen, während sie mit der freien Hand eine Familienpizza halten und essen. Top-Spieler ist mir persönlich noch(!) zu schwierig, dabei bin ich Vizeeuropameister auf „Profi“ (Gegen die Niederlande nach Elfmeterschießen verloren). Die Zwischenstufen sind gut verteilt und machen für entsprechend (un-)geübte auf jeden Fall Spaß und selbst die guten Spieler finden auf „Profi“ und „Top-Spieler“ ihre Herausforderungen.

* Ich kenne nicht viele andere Spiele. Ich beziehe mich hierbei auf ältere Spiele aus den 90er Jahren. Es kann durchaus sein, dass die mit * gekennzeichneten Punkte heutzutage durchaus zum Standard gehören.

Advertisements

Über Morgis

Taxifahrer und Chefredakteur
Dieser Beitrag wurde unter Technik abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Rezension: PES 2010 (UPDATE!)

  1. Pingback: Designänderung der Infokästen « troblog

  2. stefanprass schreibt:

    Klingt ja nicht so übel. Ich denke, ich werde mein Gamepad mal abstauben und das Spiel mal anspielen.^^

Kommentare sind geschlossen.